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…Pirat, Netzaktivist, Musiker
…Pirat, Netzaktivist, Musiker
17. Mai
Ich bin zwar begeisterter Pirat und unterstütze das Recht und die Freiheit auf informationelle Selbstbestimmung in der digitalen Welt, aber ich verurteile als einer der wenigen Piraten Soziale Netzwerke alá Bei-Uns, StudiVZ, Facebook und dergleichen…..
Im „Real Life 1.0“ (das normale Leben) sind viele Menschen vernünftig und normal, jedoch verwandeln Sie sich im Netz in eine Art „Mob“. Erst letztens verfolgte ich in einem anonymen Forum eine Diskussion (es handelt sich hierbei um das anliegen der „New York Times“, zukünftig Geld für die Online-Artikel zu verlangen) die mit anfangs recht konstruktiven Beiträgen gefüllt war, dennoch in eine Art „Gemetzel“ ausartete……und warum das ganze ?
ANONYMITÄT
Die Anonymität spielt eine große Rolle bei diversen Kommunikationsmitteln und Netzwerken im Internet. Wer anonym ist, muss keine Konsequenzen fürchten und erhält dennoch unmittelbare Genugtuung. Da wird ein biologischer Schalter umgelegt, und es entsteht eine richtige Meute. Das lässt sich auch in anderen Lebensbereichen beobachten:
Wann immer sich Menschen mit einem starken gemeinsamen Glaubenssystem zusammenschließen, tritt meistens das Schlechteste zutage……
Das Internet Entwickelt sich zunehmens negativer. Der Niedergang begann mit dem Versuch, im Netz Geld zu verdienen. Bislang ist dabei leider nur ein einziges erfolgreiches Geschäftsmodell herausgekommen: das der Werbung, wie Google sie betreibt.
Soziale Netzwerke wie Facebook versuchen, diesen Erfolg nachzuahmen. Das Problem ist nur, dass sie dabei soziale Strukturen im Netz zerstören, die anfangs ziemlich gut funktionierten. Die Leute haben ja auch schon vor Facebook über das Internet miteinander kommuniziert, oder etwa nicht ? Zwar machen diese Netzwerke es älteren Nutzern leicht alte Freunde wiederzufinden und den Kontakt aufrechtzuerhalten, aber zu welchem Preis !
Macht es euch klar: Eure gesamte Kommunikation mit euren „Freunden“ gehört einem Unternehmen. Die Anbieter der Sozialen Netzwerke pressen euch Nutzer in vorgestanzte Kategorien und reduzieren euch zu Multiple-Choice-Identitäten, die an Marketing-Datenbanken verkauft werden. Für mich ist es offensichtlich, dass, wer Web-2.0-Angebote wie Bei-Uns, Facebook etc. nutzt, sich der Maschinerie unterwirft und es noch nicht einmal merkt…..
Natürlich behaupte ich jetzt nicht allgemein, dass jeder User nicht mehr zwischen Real-Life und seinem Account online unterscheiden kann, aber es macht sich stark bei „jüngeren“ Usern bemerkbar.
Denn einen „Account“ als Freund zu haben, ersetzt NIE im Leben einen echten Freund ! Man ist sozusagen Anonym hinterm Monitor und die Grenzen werden hier maßlos überschritten.
Das Netz lässt nur Konformismus zu. Es werden hierdurch Personen belohnt, die in bestimmte soziale Normen passen. Sei es das Aussehen, beruflicher Erfolg, Zugehörigkeit. Wer sich ausserhalb der Norm bewegt kann schnell zum Opfer werden….
Als Beispiel möchte ich mal eine Community nennen, die es nur erlaubt Mitglied zu sein, wenn man einem gewissen “Schönheits-Standart” entspricht (BeautifulPeople.com). Diese Community hat letze Woche ca. 6000 Mitglieder aus dem Kreise der “privilligierten” gekickt, mit dem Argument: “..der User/die Userin erreichte nicht den uns gewünschten optischen Standart….”
Das Netz erlaubt es nicht, sich selbst neu zu definieren……es vergisst einfach nichts…..